Was ist Chiffon? Alle Antworten zu Chiffon im Stofflexikon

Chiffon

Was ist Chiffon?

Die Definition von Chiffon

Seinen Namen hat der feine und meist durchsichtige Chiffonstoff ursprünglich aus dem Arabischen: „šiff“ bedeutet durchsichtiger Stoff.
Der Name ist Programm bei Chiffon. Es handelt sich hierbei um einen der feinsten und leichtesten Stoffe, der überwiegend transparent ist. Chiffon wird durch Leinwandbindung, auch Tuch- oder Taftbindung genannt, hergestellt. Die Kett- und Schussfäden werden eng miteinander gekreuzt, sodass die Kettfäden abwechselnd über und unter den Schussfäden liegen. Durch diese Technik sehen die Ober- und Unterseite identisch aus.
Im 18. Jahrhundert war Seidenchiffon im europäischen Raum ein Zeichen von Reichtum. Zur Herstellung von Chiffon wurde ausschließlich Seide verwendet. Erst nach 1938, als Nylon erfunden wurde, und 20 Jahre später, als Polyester die Stoffwelt eroberte, wurde Chiffon für die gesamte Bevölkerung erschwinglich.

Ist Chiffon eine Naturfaser?

Die Antwort auf die Frage, ob Chiffon aus Naturfasern hergestellt wird, lautet: jein! Chiffon kann sowohl aus Naturfasern als auch aus Kunstfasern gewebt werden. Als Naturfaser gelten die traditionellen Seidenfasern, die dem Chiffon einen eleganten Schimmer verleihen. Aber auch Baumwolle kann als Faser verwendet werden, hierdurch glänzt der Stoff jedoch weniger. Aus Kostengründen wird Chiffon häufig mit Kunstfasern wie Nylon und Polyester hergestellt.

Chiffon und seine Eigenschaften

Chiffon wird durch Leinwandbindung hergestellt. Die Oberfläche von Chiffon ist extrem gekräuselt und fühlt sich zwischen den Fingern wie körniger Sand an. Dieses Gefühl verdankt der Stoff den stark gedrehten Garnen mit wechselnder Drehrichtung.
Der Stoff ist leicht glänzend und weist einen weichen, fließenden Fall auf. Durch seine Feinheit ist Chiffon sehr empfindlich und reißt schneller als viele andere Gewebe.

Wofür wird Chiffon verwendet?

Chiffon ist ein sehr feines und leichtes Gewebe. Pro Quadratmeter wiegt der Stoff lediglich 100 Gramm. Wegen dieser Eigenschaft ist er besonders beliebt für die Herstellung von Tanzkostümen. Aber auch für leichte Sommerbekleidung ist der Stoff ideal. Da Chiffon transparent ist, sind die Kleidungsstücke meist gefüttert. Hochzeitsschleier, Schals, Lingerie, Blusen und Abendkleider haben häufig zur Veredelung Elemente aus Chiffon.
Sie können sowohl Seiden-, Baumwoll- als auch Nylonchiffon einfärben. Dadurch entstehen viele wunderschöne Farben. Polyesterfasern stoßen die Farbe auf Wasserbasis ab, daher müssen diese Fasern mit einem besonderen Verfahren gefärbt werden.

Wie Sie Chiffon waschen

Durch seine feine und dünne Beschaffenheit ist Chiffon empfindlich und pflegebedürftig. Prüfen Sie vor dem Waschen Ihres Chiffonstoffs, ob das Material aus Natur- oder Chemiefasern besteht. Ein Kleidungsstück aus Chiffonseide sollten Sie entweder zur chemischen Reinigung bringen oder vorsichtig mit der Hand waschen. Chemiefasern sind grundsätzlich bei 30-Grad-Maschinenwäsche waschbar. Lesen Sie vor dem Waschen die Pflegeanleitungen vom Hersteller durch! Bitte verzichten Sie bei der Wäsche auf den Schleudergang.
Bügeln Sie Ihre Chiffonkleidung am besten im feuchten Zustand und bei niedrigen Temperaturen. Schalten Sie den Dampf aus, da Wasser Flecken auf Ihrer Kleidung hinterlassen kann.

Was Sie beim Nähen mit Chiffon beachten sollten

Aufgrund der Eigenschaften von Chiffon benötigen Sie etwas Geduld und eine ruhige Hand beim Nähen mit diesem feinen Stoff. Durch die gekräuselte Oberflächenstruktur kann der Chiffonstoff leicht verrutschen. Um das Nähen einfacher zu gestalten, legen Sie den Stoff am besten auf eine rutschfeste Unterlage, zwischen Seidenpapier oder Stickvlies. Achten Sie drauf, dass die Nadel unbeschädigt ist, damit sie keine Fäden zieht. Der Chiffonstoff kann leicht ins Stichloch geraten, deshalb sollten Sie vorsichtig und langsam nähen. Säubern Sie die Stoffkante engmaschig mit einer Overlocknaht oder der französischen Naht.